First Times
- Unknown Diarie
- 28. Sept. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Liebes Tagebuch,
mein Arbeitskollege erzählte letztens, dass er bald das erste Mal fliegen wird. Ich meinte zu ihm, dass das mit Sicherheit super aufregend sein wird. Eine Kollegin schaltete sich ein und stimmte meiner Aussage zu. Sie konnte sich noch an ihren ersten Flug erinnern.
Ich konnte mich leider nicht erinnern. Meine Eltern sind das erste Mal mit mir geflogen als ich 3 Jahre alt war und von dort an regelmäßig.
Ich begann mir im Kopf die Frage zu stellen, wie aufregend das 1. Mal fliegen tatsächlich ist. Ich werde es nicht mehr heraus finden.
Aber natürlich gingen die Gedanken weiter und zwar allgemein wovon es wohl abhängig ist, wie man 1. Male erlebt.

Als ich mal mit meinem Bruder in der Türkei war, haben wir das 1. Mal Paragliding ausprobiert. Irgendwie empfanden wir es beide als weniger aufregend. Es war schön, wir fanden‘s auch gut, dass wir es mal gemacht haben, wir hatten dennoch beide nicht das Bedürfnis es zu wiederholen.
Als ich das 1. Mal auf einem Motorrad mitfahren durfte, gab‘s für mich kein Halten. Sofort hätte ich mich am liebsten in der Fahrschule angemeldet, um einen Motorradführerschein zu machen und um danach selbst eine Maschine zu fahren. Ich war so aufgekratzt, euphorisiert und glücklich danach, das war der Hammer. Natürlich lassen sich diese Dinge sehr schwer vergleichen.
Liegt es an der Vorstellung die man von bestimmten Dingen hat oder hat man vielleicht sogar Erwartungen? Kommt es vielleicht auch darauf an, was man selber für ein Typ Mensch ist und wofür man sich „interessiert“?
Ich z.B. bin ein kleiner Adrenalinjunkie. Höher, schneller, weiter, dass schreckt mich nicht ab, während der eine oder andere damit nicht so viel anfangen kann.
Das könnte beim Paragliding sogar passen. Ich stellte es mir viel cooler vor, als es war und vermutlich war es mir nicht aufregend genug. Wobei das auch irgendwie zu leicht daher gesagt ist - oder? Nur weil nicht alle Dinge kein Puls in mir auslösen, sind sie deswegen nicht langweilig oder es nicht wert, sie zu wiederholen.
Hm…
Als ich das 1. Mal den Film der Herr der Ringe gesehen habe, saß ich völlig im Film gefesselt zu Hause auf meiner Couch. Gerade nach dem zweiten Teil klopfte mein Herz so stark…
Das hätte ich z.B. nicht erwartet. Also doch Erwartungshaltungen? Vielleicht nicht immer bewusst, sondern auch unterbewusst?
Und vielleicht gepaart mit einer gewissen Vorstellung? Im Fall Herr der Ringe könnte das hinkommen. Ich hab es mir anders vorgestellt, anders erwartet und wurde überrascht. In dem Fall positiv.
Spielen vielleicht noch weitere Faktoren eine Rolle? Z.B. Wie teuer ein Ereignis war und ob es sich „gelohnt“ hat? Was meinst du, liebes Tagebuch?
Und ich Stelle gleich noch weitere Fragen. Könnte man sich von Erwartungen und Vorstellungen
irgendwie frei machen? Um 1. Male wirklich neutral zu erleben und dann ein Gefühl zu bekommen?
Also so komplett und immer? Wenn ja, wie? Mit Sicherheit gibt es Dinge, denen ich eher neutral gegenüber stehe. Aber irgendwie nicht allen. Wie soll ich denn hier eine „neutrale“ Haltung einnehmen? Daraus resultiert manchmal schließlich auch, ob ich was cool finde oder nicht. Oder sagen wir, es trägt zumindest dazu bei.
Oder kann man sich davon nicht befreien?
Ich glaube, hier muss ich noch mal drauf rumdenken. Vielleicht befrage ich auch mal eine Freundin dazu.
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