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Frauenarzttermin

Hier handelt es sich um Teil 3. Teil 1 war 'Girlstalk: Unterleibsschmerzen' und Teil 2 war 'Der Termin beim Facharzt'.



Liebes Tagebuch,

wieder saß ich im Stuhl beim Arzt, dieses Mal bei meiner Frauenärztin. Du erinnerst dich sicher noch an meinen Termin beim Facharzt und meine zum Schluss immer mehr werdenden Fragen, die ich loswerden musste.


Meine Frauenärztin war sichtlich überrascht mich schon wieder zu sehen, da mein letzter Besuch noch nicht allzu lange her war. Sie fragte, wie Sie mir helfen kann. Als ich Ihr vom Facharzttermin erzählte, schaute sie mich verdutzt an und fragte, wie ich auf den Arzt gekommen bin und woher ich die Überweisung bekommen habe. Eine Überweisung brauchte ich tatsächlich nicht und den Arzt hatte mir eine Freundin meiner Freundin empfohlen. Ich hatte den Arztbrief dabei und gab ihn ihr zum Lesen. Ihre Augen wurden größer, sie wirkte fast etwas fassungslos. Natürlich sollte ich ihr noch grob erklären, was genau der Arzt gesagt hat. Das musste ich auch, damit sie alle meine Fragen besser verstehen konnte.


Bevor ich Fragen stellen konnte, erzählte sie vorerst ein paar Sätze. Da waren schon einige Antworten für meine Fragen dabei. Das PZO Syndrom schließt sie für sich aus. Ich habe zwar mehrere Follikel am Eierstock, aber für ein PZO immer noch zu wenig. Des Weiteren siedeln sich die Follikel kreisrund am Eierstock an, was bei mir nicht der Fall war. Dazu käme noch meine ‚untypische‘ Figur, die nicht passt.


Die Gebärmutter abzuschneiden, fand meine Frauenärztin makaber und war außer sich, dass er mir das wirklich angeboten hat. Mal unabhängig, ob ich aktuell Kinder möchte oder nicht, ich könnte mich jederzeit noch um entscheiden, ich bin soweit gesund und könnte locker bis Anfang 40 ohne Risiken schwanger werden. Warum also direkt entscheiden? Noch dazu und das war mir absolut nicht bewusst: Schneidet man die Gebärmutter ab, habe ich nur noch Ansätze einer Gebärmutter und auch keine Eileiter mehr, die Eierstöcke würde man jedoch drin lassen, damit ich eben nicht von einer Sekunde zur nächsten in die Wechseljahre stürze. Das bedeutet, habe ich etwas am Eierstock, ist nicht mal garantiert, wenn man die Gebärmutter abschneidet, dass ich dann schmerzfrei bin. ‚Na super‘, dachte ich.


Die Spirale hat sie auch sofort eliminiert. Sollte ich wirklich eine Endometriose haben, müsste man erst wissen, wo die Endometriose sich befindet. Die Spirale strahlt die Hormone nur bis zu einem gewissen Grad aus und auch lediglich nur in der Gebärmutter. Befindet sich ein Herd in der Gebärmutterwand, würden die Hormone nicht dorthin gelangen und somit auch die Schmerzen nicht aufhören. Ich würde 200 Euro für die Spirale und Geld für das Einsetzen umsonst bezahlen.


Es blieben noch übrig: Die Bauchspiegelung und die Pille. Zur Bauchspiegelung sagte sie lediglich, dass ich mir überlegen soll, ob ich das wirklich möchte, ohne dass wir einen Schritt näher sind, was ich habe. Wenn’s blöd läuft, wird evtl. wieder nichts gefunden und dann? Ja, das war natürlich ein guter Hinweis.


Somit blieb sie also bei der Pille ‚hängen‘. Als ich sie nach einem Hormontest fragte, erklärte sie mir, dass wir einen machen können. Jedoch müsse ich vorher erst noch zum Endokrinologen, um ein irgendeinen Insulintest zu machen. Ich bräuchte eine Überweisung und eh ich da einen Termin bekäme, würden vermutlich weitere 3 bis 6 Monate ins Land streichen. Da meine Schmerzen besser schneller als später behandelt werden sollen, könnten wir erst mal die Pille testen. Sollte ich die Pille nicht vertragen oder sie nicht anschlagen, können wir immer noch über den Hormontest nachdenken. Während der Einnahme der Pille geht’s nicht, weil ich dem Körper zusätzlich Hormone zuführe. Das würde das Ergebnis verfälschen.


Ich war wirklich kein Fan von der Pillenmethode. Ich kann nicht mal genau sagen, was mich abschreckte. Die starken Nebenwirkungen? Oder die bereits aufgetretenen Schwierigkeiten mit der Anti-Baby-Pille… Ich weiß es nicht. Dennoch ließ ich mir alles genau erklären, ließ mir 3 unterschiedliche Pillen und deren Wirkung zeigen und war bereit, dass Experiment für die nächsten 3 Monate durchzuziehen. Oder besser gesagt, ich ließ es mir aufschwatzen. Ich würde eh nicht drum herumkommen, irgendetwas zu tun, also fügte ich mich meinem Schicksal. Mit den Schmerzen wollte ich jedenfalls nichts weiter leben. Meine Frauenärztin merkte an, dass der Körper sich langsam daran gewöhnen muss und ein kürzerer Zeitraum keinen Sinn machen würde. Egal was passiert, ich solle bitte unbedingt die 3 Monatedurchhalten. Es sei denn natürlich ich werde so depressiv, dass ich mich aus dem Fenster stürzen will, dann müsse ich die Tabletten sofort absetzen.


Sollten die Tabletten keine Wirkung zeigen, hat sie neben dem Hormontest noch eine weitere Idee. Ich könnte evtl. Krampfadern auf dem Eileiter bzw. auf dem Eierstock haben. Die Beschwerden sind ähnlich wie bei einer Endometriose und es kommt eher selten vor, weswegen Frauen ewig brauchen, bis sie jemanden finden, der ihnen das diagnostiziert. Um diese Krampfadern sehen zu könnte, müsste man ein CT machen. Aber gut, jetzt probiere ich erst mal diese Pille. Abschließend kann ich mal wieder sagen: Fragst du 3 Ärzte, kriegst du halt auch unterschiedliche Auskünfte, Diagnosen und Meinungen. Schrecklich, wie soll man da wissen, was das Beste für einen ist? Ach Tagebuch, wenn du mir doch nur helfen oder einen Rat geben oder irgendwas tun könntest. Seufz


Ich werde mindestens noch einen 4. Teil zu diesem Thema verfassen und zwar, wie es mir mit der Pille ergangen ist. Sei gespannt. Aber das wird noch etwas dauern, da die Testphase noch nicht abgeschlossen ist. Ich warne dich jetzt schon vor, dass könnte ein längerer Eintrag werden.

 
 
 

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