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Mein Leben in 10 Jahren!??

Liebes Tagebuch,

sonntags ist Festivaltag. Zumindest dieser Sonntag. (08.09.24). Es handelte sich um ein Tagesfestival. Ich freute mich total auf die Veranstaltung und ebenso auf meine Begleitpersonen. Dazu war es noch ordentlich warm. Ein richtig schöner Ausklang des Sommers.





Mir kamen an dem Abend Gedanken, die ich nicht so richtig einordnen konnte. Angefangen hat alles damit, wie sehr ich das Leben, MEIN Leben in dem Moment ‚liebte‘. Ich habe keine Kinder, keine Haustiere oder irgendwelche andere Verpflichtungen, um die ich mich kümmern muss. Spontan Freunde besuchen oder irgendwo hinfahren, am Wochenende feiern gehen oder Festivals besuchen, was trinken, ab und zu rauchen, tot müde ins Bett fallen, am Folgetag lange im Bett liegen bleiben usw., all das konnte ich tun.


Natürlich wurde ich schon zigmal nach Kindern befragt, mit dem Hinweis, dass ich nicht jünger werde. Tja, was soll ich sagen: Ich fühle es einfach nicht. Wenn ich das antworte, kriege ich immer Aussagen zurück, dass ich eine so tolle Mama wäre. ‚Ahjaaaaa‘ denke ich dann immer. Ich muss aber ehrlich gestehen, dass ich es nicht einfach nur nicht fühle, sondern mich Kinder bzw. die Verantwortung auch immer abschrecken. Wenn ich an manchen Tagen mit mir selbst nicht klar komme, wie soll ich es dann erst mit Kind? Mir ist schon klar, man wächst mit seinen Aufgaben und irgendwie haben es bisher alle Mutti’s irgendwie hinbekommen. Und dennoch verspüre ich nicht den Wunsch, wie andere Frauen in meinem Alter, Mutter zu werden. Und noch dazu, wer meine anderen Blogs bezüglich meines Unterleibs gelesen hat, der weiß, dass es bei mir vielleicht auch nicht so ganz easy wäre. Von Haustieren nehme ich irgendwann mal viele. :D


Wenn es nach mir ginge, könnte aktuell alles so bleiben, wie es ist. Und ich glaube, dass jetzt die komischen Gedanken losgingen. Auch wenn ich noch Anfang 30 bin, drehte ich die Uhr bzw. die Jahre in meinem Kopf vor. Schwupps war ich auf einmal schon Anfang 40. Gut, theoretisch kann man in jedem Alter noch Festivals besuchen, feiern und gut drauf sein. Dennoch stellte ich mir just in dem Moment die Frage, wie mein Leben wohl in 10 Jahren aussieht. Ich habe keine Ahnung warum, aber irgendwie wurde es dann ein bisschen wolkig an meinem Sonnenhimmel. 10 Jahre später sah ich fast alle um mich herum mit Kindern und wenn es keine Kinder waren, waren es Freunde, die zur Ruhe gekommen sind. Ok, vielleicht möchte ich in 10 Jahren auch nicht mehr die ‚Sau‘ rauslassen. Aber dennoch: Wie sähe mein Leben wohl aus? Ohne zu wissen, wie es wirklich sein wird, bereitete es mir an dem Tag irgendwie ein klein wenig Sorge. Keine Ahnung, wo diese Feelings herkamen. Aber es hinderte mich daran, den Nachmittag / Abend zu 100% genießen zu können. Ob eine andere Person auch schon mal solche Gedanken oder Gefühle hatte? Ist das verrückt über sowas mal nachzudenken? Ich weiß, dass es eigentlich unsinnig ist, da aktuell eh vieles reine Spekulation wäre. Noch dazu fügt sich vieles im Leben und man lernt hier und da auch noch andere / neue Menschen kennen. Das wiederrum treibt mich zu der Frage: Woher kamen auf einmal diese Gedanken? Falls du jetzt denkst, dass ich Angst vorm ‚alleine sein‘ haben könnte, weil vielleicht später alle eine Familie mit Kindern haben – NEIN! Das kann ich ganz klar beantworten. Vieles ist in Gesellschaft schöner als alleine, dass stimmt. Aber ich komme wunderbar mit mir selbst aus. Alleine Cappuccino in einem Café genießen – kein Problem. Alleine Kino geht voll klar. Alleine auf einem Konzert oder Festival war ich noch nicht. Wobei sich das mit dem Konzert dieses Jahr evtl. noch ändern könnte. Eine Woche alleine Urlaub habe ich ebenso schon gemacht und es war auch alleine wunderschön. Vielleicht anfangs komisch, aber dennoch super. Ich glaube das wird mit Sicherheit noch mal ein kleines Blogthema – Alleine reisen. Also wie du siehst, mache ich mich nicht ausschließlich von anderen abhängig, liebes Tagebuch. Und noch dazu: Nur weil manche meiner Freunde heiraten und eine Familie gründen, sind sie deswegen trotzdem auch noch da.  

Hm…Vielleicht ist es die Tatsache, dass mir viele in meinem Alter schon gesetzter vorkommen, dass viele gefühlt nicht mehr ausgehen, z. T. auch wegen Kindern/Familie und mir auch immer wieder suggerieren, dass sie jetzt alt werden.

Wie dem auch sei. Ich bin noch jung und wie ich bereits schrieb, es wird sich alles fügen. Ich werde mich und meinen zukünftigen Weg gehen / finden. Manchmal muss man auch einfach auf sich und die Zukunft vertrauen.  Und das tue ich! Und wer weiß, vielleicht habe ich in 10 Jahren auch eine eigene Familie mit Kindern. Sag niemals nie, heißt es doch immer. ;-)





Vielleicht mal noch kurz am Rande, liebes Tagesbuch: Was ich neuerdings schade finde bei Festivals, ist, dass ganz viele eigentlich nicht des Festivals wegen hingehen, zumindest nicht ausschließlich, sondern es immer mehr um die pure Selbstdarstellung bei einer solchen Veranstaltung geht. Glitzer, viel nackte Haut, gestylte Föhnfrisuren bei den Männern…Da kommt sich heute mit einem Shirt und einer normalen kurzen Hose schon fast wie ein Außenseiter vor. Natürlich ist das jetzt auch etwas überspitzt dargestellt. Aber es ist trotzdem krass, wie sich hier die Zeit bzw. der Wind gedreht hat.  

 
 
 

2 Comments


Sari Kroschel
Sari Kroschel
Sep 22, 2024

Wir waren in unserem Freundeskreis die ersten mit Kind und das hat uns plötzlich zu Außenseitern gemacht, dabei konnten wir mit Kind genauso Party machen (na gut, mit Einschränkungen) wie auch vorher ohne. Ich kenne Menschen, die haben Kinder bekommen und gehen auf Weltreisen. Es ist immer alles eine Frage der Einstellung und oft auch Planung. Und wenn jemand sagt, er fühlt es nicht, dann ist das so. Das sind halt die Bilder, die man uns vorlebt.: Wie so ein Leben auszusehen hat. Im Standard Fall ist das halt: Familie, Kinder, Job, Alltag... aber das muss nicht und das finde ich auch voll ok so. Es gibt so viele richtige Wege ein Leben zu leben und dass man sich ab…

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Unknown Diarie
Unknown Diarie
Sep 22, 2024
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Danke für dein ausführliches Kommentar / Feedback. Sowas zu lesen, finde ich wirklich schön und gibt mir dahingehend auch eine andere Perspektive, selbst wenn ich das mit den Kindern aktuell nicht fühle.

Mir ist bewusst, dass es immer auf einen selbst ankommt und dabei geht es nicht nur um Festivals oder Kinder. Ich glaube hier gibt es kein richtig und kein falsch. Aber ja was definitiv manchmal eine Rolle spielt, sind die Bilder und Werte die man vorgelebt bekommt bzw. die noch sehr oft und sehr fest in der Gesellschaft verankert sind.

Ich fand der Schlussworte mit dem Kompass und dem (Nach)Justieren ziemlich gut getroffen. Das würde ich also genauso stehen lassen und unterschreiben.


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