Nebenkostenabrechnung 2023
- Unknown Diarie
- 15. Dez. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Liebes Tagebuch,
ich glaube, ich muss mich einfach mal kurz auskotzen.

Vor einigen Tagen habe ich meine Nebenkostenabrechnung für
2023 erhalten. Da ich bisher jedes Jahr nachzahlen musste, war ich auch in diesem Jahr darauf eingestellt. Da die Beträge leicht steigend waren, hatte ich das bereits bei meiner Planung berücksichtigt und pro forma einfach mal 400 Euro eingeplant. Des Weiteren hatte ich in den letzten Monaten schon eigenständig die Miete erhöht, um
der Nebenkostenabrechnung für 2024 entgegenzuwirken. Und ja damit fühlte ich mich gut aufgestellt und sicher.
Kleiner Spoiler vorab: Es war naiv von mir zu glauben, dass ich gut vorbereitet bin.
Seit Oktober wartete ich schon auf meine Nebenkostenabrechnung, da sie meist in diesem Zeitraum einflatterte. Es wurde Ende Oktober, es wurde November, es war Anfang Dezember. Ich war schon kurz davor bei meiner Vermietung anzurufen und zu fragen, wann denn besagte Abrechnung los gesendet wird. Da erhielt ich eine E-Mail. Im Anhang befand sich die Abrechnung. Bevor ich im Detail recherchierte, scrollte ich erst bis zum Ende, um zu gucken, was mich erwartet. Und dann traf mich der Schlag, so dass ich fast von meinem Stuhl kippte. Um ganz sicher zu gehen, dass ich die Zahlen richtig lesen würde, zoomte ich extra noch heran. Knappe 800 Euro blinkten mich an.
Ufff….
Was für ein Schlag in die Magengrube. Woher bitte soll ich ad hoc knappe 800 Euro nehmen?
In mir stieg eine Welle der Wut auf. Das muss ein Scherz sein. Das kann nicht korrekt sein. In meiner Emotion rief ich direkt bei meiner Vermietung an, ohne irgendwas genau überprüft zu haben. Ich fiel am Telefon sofort mit der Tür ins Haus. „Ich habe soeben meine Nebenkostenabrechnung angesehen.
Das kann nicht richtig sein. Das ich nachzahlen muss - ok. Schon seitdem ich da wohne muss ich nachzahlen. Aber ich kann doch nicht ernsthaft mehr als das Doppelte vom letzten Jahr nachzahlen müssen?“ Die Dame spürte meine Aufregung und versuchte mich zu beruhigen. Sie erklärte mir, dass alles teurer geworden ist. Nicht nur Heizkosten wären gestiegen, sondern auch Versicherungen, Hausmeisterkosten, ggf. auch die Müllabfuhr….
Alles Kosten die natürlich auch auf den Mieter mit umgelegt werden. Ich solle mir die letzten drei Abrechnungen nehmen und mal die Kosten vergleichen. Nach dem Telefonat war ich zwar bedeutend ruhiger, aber dennoch verzweifelt. Ich schaute die Abrechnung etwas genauer an. Dabei fiel mir auf, dass sowohl mein Wasserverbrauch als auch Heizung von 2022 zu 2023 bei mir gesunken ist. Das brachte mich schon wieder richtig in Wallung. Ich spürte, wie ich einen richtigen Kloß im Hals bekam, so wütend war ich. In dem Moment hasste ich die Wohnung und auch die Vermietung. Ist ja nicht so, dass ich nicht auch regelmäßig Mieterhöhungen bekam. Aber den Abschlag mal anzupassen, auf die Idee kam keiner. Ich kam mir richtig verarscht vor. Ist ja auch nicht so, dass ich gerade erst umgezogen bin und das auch mit Kosten verbunden ist.
Nicht mal die Tatsache, dass ich Weihnachtsgeld erhalten habe, machte mich glücklich, da durch den Umzug und eben diese hohe Abrechnung nichts übrig bleiben wird. Im Gegenteil, dass reicht nicht mal um alles an Kosten zu decken.
Der Tag war definitiv dahin, da das noch den ganzen Tag in mir arbeiten würde.
Das löste direkt wieder die Frage in mir aus, wo das alles hinführen soll, da ja auch alle andere Kosten immer weiter steigen. Auch Strom musste ich nachzahlen. Zwar „nur“ 54 Euro, aber wenn man bedenkt, dass ich fast den ganzen Tag nicht zu Hause bin und auch schon einen Abschlag von 50 Euro zahle, frage ich mich wofür. Ich würde behaupten, dass ich nicht den schlechtesten Verdienst habe, aber selbst ich komme bei einer Nachzahlung von knapp 800 Euro an meine Grenzen. Auch mein Verdienst steigt ja nicht jedes Jahr.
Mittlerweile ist eine Woche um und ich habe den „Schock“ immer noch nicht richtig verdaut. Ich wollte tatsächlich mal die letzten drei Abrechnen vergleichen. Jedoch muss das wohl noch ein paar Tage warten, da ich den Karton mit den Ordnern noch nicht gefunden habe und auch noch nicht alles ausgepackt habe. Für die Nebenkostenabrechnung 2024 kann ich dann wohl schon 1000 Euro einplanen. Ich fange am besten schon mal mit sparen an.
Sorry für‘s Auskotzen, liebstes Tagebuch, aber das musste mal raus.
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