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Schichtdienst = Jobwechsel?

Liebes Tagebuch,


ich habe vor einigen Tagen etwas bei Threads gelesen, was mir irgendwie heute noch im Kopf rumtigert. Und ich bin mir sicher, dass ich mich mit diesen Gedanken bei dem einem oder anderem unbeliebt mache.


Sinngemäß lautete der Inhalt so: Leute, ich bin im Schichtdienst tätig und wohne in einer Mietwohnung. Mir ist bewusst, dass es mit Kindern auch mal lauter zugeht. Aber muss man seine Kinder wirklich morgens um 7 mit dem Bobbycar durch die Wohnung fahren lassen? Ich drehe auch nicht abends um 22 Uhr die Musik laut. Ein bisschen mehr Entgegenkommen oder Verständnis wären schön.


Und nein hier geht es nicht um Kinder oder die Diskussion was Kindern dürfen, nicht dürfen, ob sie laut sind, wo eine angemessene Toleranzgrenze liegt oder, oder, oder… .

Es geht um einen Kommentar, den ich mehrfach unter dem Post gelesen habe. Der Kommentar lautet: Kann ja keiner was dafür, dass du im Schichtdienst arbeitest. Wechsel doch einfach den Job, dann hast du das Problem nicht mehr.



Am Anfang löste das noch nicht so viel in mir aus, aber nachdem es sackte irgendwie schon. Ich verspüre eh gerade einen ziemlichen Wandel. Viele wollen nicht mehr im Schichtdienst oder am Wochenende arbeiten, auf dem Bau oder in der Gastronomie. Es möchten so ziemlich viele ins Büro wechseln. Grundsätzlich ist das erst mal nicht dramatisch und jeder muss für sich entscheiden, was er gerne machen möchte. Aber wenn wir dann bald keine Restaurants oder Bars mehr haben, Straßen die alle durchlöchert und kaum befahrbar sind und wenn in den Krankenhäusern Schwestern und Ärzte sich vielleicht irgendwann entscheiden müssen, wen Sie zuerst behandeln, einfach, weil Personal fehlt, dann hört in meinen Augen der Spaß auf. Wir werden alle mal alt und benötigen später vielleicht Unterstützung und kommen in ein Pflegeheim. Wer soll sich um uns kümmern, wenn es keiner mehr machen möchte? Ich habe keine Ahnung, was es bedeutet einen Pflegeberuf auszuüben.


Ja, ich kann nicht mitreden. Ich arbeite nicht in der Pflege, aber ich ziehe vor jedem, der das macht den Hut, genau wie vor Personen in anderen Berufen. So viele da draußen haben meinen größten Respekt insbesondere die, die ihren Job noch mit Leidenschaft angehen und dafür brennen.


Ich habe keine Ahnung, was genau die Person im Schichtdienst arbeitet, die das bei Threads gepostet hat. Aber ich war echt über die vielen Kommentare, sie solle doch einfach den Job wechseln, überrascht. Vielleicht ist es eine Sanitäterin, die anderen das Leben rettet. Ich weiß, wie es ist in Schichten und am Wochenende zu arbeiten. Und ja, wenn alle anderen im unmittelbaren Umfeld frei haben, kann das schon mal nerven. Aber dafür gibt’s dann unter der Woche einen freien Tag, wo wiederum alle anderen arbeiten. Alles im Leben hat Vor- und auch Nachteile. Mir ist bewusst, dass Schichtdienst auch an den Kräften zehren kann. Und gerade wenn noch Kinder ins Spiel kommen, wird’s zu einer noch größeren Herausforderung. Egal, ob es dann die eigenen sind oder es um besagtes Beispiel oben geht. Aber ist es die Lösung anderen einfach zu schreiben / zu raten, den Job zu wechseln und sie mehr oder weniger noch dafür ‚nieder‘ zu machen? Was ist los mit der Welt? Es können nicht alle Influenzer werden oder im Büro arbeiten. Es können nicht alle von überall super flexibel arbeiten, egal ob früh morgens, spät am Abend oder sogar nachts. Ich verstehe wie verlockend das klingt, aber wie soll das Leben so funktionieren? Ob ich die einzige bin, die solche Gedanken hegt? Ich meine, wo soll das denn alles mal hinführen? Und das ist nur ein kleiner Teil, den ich hier beleuchtet habe. Das Thema könnte ich noch in unendliche Weiten ausdehnen, aber für heute reicht’s erst mal.

 
 
 

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